Allgemein / 28. September 2020

Baumwissen

Holzland Köster: Baumwissen

Baumwissen – die Natur hält immer wieder Erstaunliches für uns bereit. Das begeistert uns! Begleiten Sie uns doch einfach in die interessante Welt der Bäume, des Waldes und des Holzes. Seien Sie neugierig auf bemerkenswerte Fakten, Wissenswertes und neueste Erkenntnisse. Und nehmen Sie diese mit auf Ihren nächsten erholsamen Spaziergang in den Wald. Es macht einfach Freude und ist faszinierend, Fotos und Gelesenes in der Natur live zu entdecken. Wir werden diesen Blog regelmäßig mit neuen Beiträgen füllen. Es lohnt sich also, immer mal wieder reinzuschauen.

Baumkronenschüchternheit

Baumwissen: Baumkronenschüchternheit, HolzLand Köster in Emmerke

Bäume halten höflich Abstand. Dieses Phänomen wird Crown Shyness – also Baumschüchternheit genannt. Schmale Linien verlaufen zwischen den Kronen der Bäume. Gerade so weit, dass sich ihre Baumkronen nicht berühren. Der Grund dafür ist nicht gänzlich erforscht. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Bäume unter Windeinfluss vor Kollisionsschäden oder Abschürfungen schützen wollen. Sie stellen bei Berührung das Wachstum der Äste ein. Forscher haben zusätzlich herausgefunden, dass die Bäume sich je nach Art unterschiedlich zueinander verhalten: Buchen und Eschen achten im Bereich der Krone auf einen respektvollen Abstand von mindestens einem Meter, während sich Buchen und Linden gern auch näher kommen. Faszinierend ist das Bild, dass die Baumschüchternheit dem Betrachter von unten bietet. Die Kronen der Bäume passen fast wie Puzzleteile aneinander.

Chinesenbärte

Baumwissen: Chinesenbart, HolzLand Köster in Emmerke

Unser Wald ist voller „Chinesenbärte“. So werden Astnarben genannt. Sie entstehen durch das Absterben, Abbrechen oder Abschneiden von Ästen. Astnarben bestehen aus Astsiegel und Rindenquetschfalte. Die Quetschfalte läuft beidseitig am Astsiegel bartförmig herab und erinnert von der Form an Chinesenbärte. Auch in der Fachsprache der Dendrologen und Forstleute gilt die Bezeichnung. Je länger ein Ast vom Baum getrennt ist, desto flacher wird die Narbe. Je nach Ausprägung und Form, kann also viel aus der Lebensgeschichte der Bäume abgelesen werden. Die „Bärte“ bilden sich an glattrindigen Bäumen wie Buche, Birke, Ahorn oder Linde. Na dann, auf zum Waldspaziergang mit einem freundlichen „Ni Hao“ auf den Lippen ?.

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Der Zunderschwamm

Baumwissen: Der Zunderschwamm

Der Zunderschwamm – ist ein leicht entzündlicher Baumschwamm, der früher zum Entzünden von Feuer verwendet wurde (daher kommt das Wort “zünden”). Der Schwamm, bzw. Pilz, wächst vorwiegend an geschädigtem Rotbuchenholz. Gesunde Bäume werden nicht befallen. Lange war der Zunderschwamm ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Zunder. Bevor Streichhölzer und Feuerzeuge erfunden wurden, brauchte es leicht entflammbares Material, um mit Hilfe eines Feuersteins ein ordentlichen Feuer zu bereiten. Die locker-filzige Mittelschicht des Zunderschwammes wurde dafür zu Zunder verarbeitet und eignete sich prächtig.

Schon die berühmte Gletschermumie „Ötzi“ wusste den praktischen Nutzen von Zunderschwämmen zu schätzen: Der getrocknete Pilz ließ sich leicht mitsamt der glimmenden Zunderschicht über weite Strecken, von ca. acht bis 12 Stunden Fußmarsch, transportieren. Für einen derartigen “Feuertransport” musste das Innere des Schwammes trocken sein und Funken gefangen haben. Der glimmende Zunderpilz konnte so, zum Beispiel an einen Wanderstock gebunden, leicht von A nach B bewegt werden. Archäologische Funde belegen, dass in Nordspanien jungsteinzeitliche Bauern bereits vor 7300 Jahren diese Art von Holzpilzen zum Feuer machen und wahrscheinlich auch zum Transportieren von Glut sammelten.

Sogar in der Medizin fand der Echte Zunderschwamm seine Anwendung. Er wurde wegen seiner blutstillenden Wirkung zur Behandlung von Wunden eingesetzt. Das Sammeln von Zunder war sogar ein eigener Beruf – der Zunderer oder Zundermann.

Hören wir heute das Wort Zunder, denken wir wohl eher an Ärger als an etwas Brauchbares. Das ist auf eine Überlieferung aus dem ersten Weltkrieg zurückzuführen.

Dort stand „Zunder bekommen“ für feindliches Geschützfeuer. Die heimkehrenden Soldaten überführten diese Redensart in das Zivilleben. Geben wir heute also laut Sprichwort „jemandem Zunder“, bekommt dieser eine Menge Ärger.

Apropos Zunder bekommen

Zunder bekommen Sie bei uns nur in Form von einer Menge Schöner Wohnen-Inspirationen! Ob für drinnen oder draußen – unter unseren Kategorien “Wohnen”, “Garten” und “Bauen und Energie”, finden Sie herrliche Ideen für Ihr gemütliches Zuhause. Zum Beispiel unsere stimmungsvollen, formschönen Feuerschalen. Viel Spaß beim Zündeln ?


Geschrieben von Marcus Schnurrbusch, Grafik und Kommunikation

Ich bin leidenschaftlicher Grafik-Designer – kreativ mit klarem Blick für die Umsetzung. Und ein echter Natur-Bursche. Ich bin am liebsten in freier Wildbahn; daher auch meine Liebe zum Holz und allem, was damit zu tun hat. Natur und Design – für mich eine überzeugende Verbindung, die meinen Blick immer positiv nach vorn richtet.


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